Neue Geschlechter-Gentests des IOC im Frauensport? Nein danke!

Das IOC hat eine neue Teilnahmevoraussetzung für olympische Wettbewerbe angekündigt: Künftig sollen sich alle Frauen einem Gentest zur Bestimmung ihres Geschlechts unterziehen. Geprüft werden soll das Vorliegen des SRY-Gens, um trans und einige inter Frauen pauschal von olympischen Wettbewerben auszuschließen. Wir verurteilen diese Entwicklung. Sie dient nicht einem fairen Sport für alle, sondern befördert Stigmatisierung, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Weder mit dem SRY-Test noch mit einem anderen willkürlich festgelegten biologischen Messwert lässt sich das Frausein bestimmen. Noch weniger sagt ein solcher Test etwas über tatsächliche Leistungsunterschiede aus. Bereits 1992 wurde er bei den Winterolympiaden in Frankreich eingeführt und wegen seines begrenzten Nutzens im Jahr 2000 wieder abgeschafft. Seine Wiederbelebung wirft den Frauensport um fast 30 Jahre zurück.
Auch die Begründung des IOC überzeugt nicht: Eine als evidenzbasiert bezeichnete Entscheidung bleibt ohne Offenlegung dieser„Evidenz“ nicht nachvollziehbar. Eine kürzlich veröffentlichte und die bislang größte systematische Übersichtsarbeit zum Thema, die 52 Studien mit über 6000 Personen auswertet, zeigt zudem, dass nach einer Hormontherapie keine körperlichen Unterschiede zwischen cis und trans Frauen mehr in den gemessenen Kraftwerten sowie in der maximalen Sauerstoffaufnahme bestehen (Mendes Sieckowskaet al. 2026). Auch bei inter Frauen lässt sich kein pauschaler körperlicher Vorteil feststellen, insbesondere deshalb, weil der Oberbegriff Intergeschlechtlichkeit für eine Vielzahl von körperlichen Konstellationen steht.
Wir lehnen die neue IOC-Regelung entschieden ab und fordern einen diskriminierungsfreien, menschenrechtsbasierten Zugang zum Sport für alle Menschen!


