Was bedeutet es, für jemanden einzustehen, mit dem ganzen Körper, nicht nur mit Worten? Wann fühlt sich Schutz befreiend an und wann macht er mich kleiner? Wie lerne ich, Unterstützung wirklich zu empfangen, ohne mich dafür anpassen oder verbiegen zu müssen? Und was passiert in mir, wenn jemand seinen Körper zwischen meinen und das stellt, was da vielleicht auch bedrohliches kommt, aber auf meine Art, nicht auf ihre?
Dieser Workshop bringt TINA-Personen und Verbündete zusammen, um diesen Fragen körperlich nachzugehen. Nicht als Checkliste, nicht als Seminar über richtiges und falsches Allyship. Sondern als gemeinsame Praxis, in Bewegung, im Kontakt mit mir selbst und anderen, im Nachspüren.
TINA steht für trans, inter, nichtbinäre und agender Personen. Als Ally oder Verbündete bezeichnen wir Menschen, die sich für die Rechte und das Wohlbefinden von TINA-Personen einsetzen, nicht aus Pflichtgefühl, sondern im Kontakt und mit ihren eigenen Werten verbunden.
TINA-Personen stehen dabei im Zentrum: ihre Erfahrungen, ihre Selbstbestimmung, ihr Feedback darüber, was sie trägt und was nicht. Die Übungen sind so gestaltet, dass niemand sich zu einer bestimmten Identität bekennen muss, der Körper führt, nicht das Label. Allys sind eingeladen, das was sich dort zeigen will wirklich zu halten: körperlich, anpassungsfähig, ohne zu überwältigen oder uneingeladen retten zu wollen. Und auch sie bekommen zwischenzeitig Raum, zu erkunden, wie sich für sie Unterstützung anfühlt und was sie dabei brauchen, denn das wird die Qualität ihrer Verbündetseins nochmal verändern.
Im Workshop gibt es kurze Inputs zu Verständnissen von Schutz und Allyship, konsensuellem Geben und Bekommen, verkörperte Übungen alleine, zu zweit und in der Gruppe, Schreib-Einladungen und Momente zum Innehalten, eine abschließende Gruppenübung in der TINA-Personen im Zentrum stehen und in der Gruppe von der Gruppe verkörperte Solidarität erfahren können. Alles ist freiwillig und dein Körper entscheidet mit, wo und wie du teilnimmst.
Wenn es gut läuft, wird es Momente geben, die dich berühren und vielleicht auch welche, die aufwühlen oder eine Traurigkeit auslösen über das, was oft fehlt. All das soll Platz bekommen, weil es uns lebendiger macht.
Verkörperte Solidarität ist kein Konzept, sondern eine Praxis. Und wie jede Praxis will sie geübt sein.
Für TINA-Personen und Menschen, die als Allys an ihrer Seite stehen wollen. Keine Vorerfahrung mit Körperarbeit nötig. Meldet euch alleine an oder mit euch nahestehenden Personen und (future) Allys.
Der Workshop findet auf Deutsch statt, aber kann mit Flüsterübersetzung auf Englisch übersetzt werden. Bitte meldet euch unten auf dieser Seite bis 18.10. an, um teilzunehmen und alle Informationen zu bekommen.
Unterstützt vom Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Erfurt und Alternative 54 e.V.