Fortbildung: Psychotherapeutische Arbeit mit gendernonkonformen, genderqueeren und trans* geschlechtlichen Personen und ihren Angehörigen

18.04.2024
Erfurt
Die Teilnahme ist kostenfrei

Gendernonkonforme, nicht-binäre und transgeschlechtliche Personen teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass die Zuschreibungen, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden, nicht ihrem inneren Erleben und ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Da Geschlecht jedoch in dieser Gesellschaft eine hochrelevante Strukturkategorie darstellt, die in allen sozialen Beziehungen immer wieder angesprochen und mit Erwartungenausgefüllt wird, stehen gendernonkonforme, nicht-binäre und transgeschlechtliche Personen immer wieder vor erheblichen Herausforderungen wie Gewalt, Diskriminierungen, Nicht-Anerkennen und Nicht-Gesehen-Werden. Diese machen es notwendig, dass diese Personen ihren Lebensweg immer wieder auch gegen erhebliche Widerstände gehen und einen Umgang mit Barrieren erarbeiten müssen, was zu biografischen Belastungen führen kann und es notwendig macht, spezifische Ressourcen zu entwickeln. Die Ausgestaltungsweisen von Geschlechtsidentität(-en) und Genderpräsentation(-en) einer Person überschneidensich mit weiteren lebensweltlichen Merkmalen wie sozioökonomischen Status, Gesundheit, Behinderung, Herkunft etc. Dementsprechend ist die Berücksichtigung der Erfahrungen einer Person mit der je individuellen Positionierung in Bezugauf ihre unterschiedlichen Zugehörigkeiten entscheidend für ein Verständnis ihrer Erfahrungen und Umgangsmöglichkeiten damit.

In der Psychotherapie haben gendernonkonforme, nicht-binäreund transgeschlechtliche Klient_innen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Positionierung spezifische Versorgungsbedürfnisse. Damit erfordert die psychotherapeutische Begleitung dieser Menschen ein Wissen hinsichtlich rechtlicher, psychosozialer und medizinischer Umgangsweisen mit dem Thema, Selbstreflexion der Psychotherapeut_innen hinsichtlich der Bedeutung von Geschlecht und Möglichkeiten der Geschlechtspräsentation, sowie einetherapeutische Beziehungsgestaltung, in der die Psychotherapeut_innen bereitsind, sich auf Unsicherheiten einzulassen und scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen oder in Frage stellen zu lassen.

 

Themen dieser Fortbildung sind:

  • die     Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Geschlechtern,
  • die     therapeutische und beratende Begleitung gendernonkonformer, genderqueerer     und transgeschlechtlicher Klient_innen in ihren Entscheidungen
  • Spezifika     der Versorgung und Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien
  • Begleitung     auch in und nach Transitionsprozessen,
  • die     Darstellung der fachlichen Leitlinien in diesem Themenbereich,     insbesondere der AWMF-Leitlinie „Geschlechtsdysphorie/     Geschlechtsinkongruenz: Diagnostik, Beratung und Behandlung“,     Informationen zur Leitlinie für Minderjährige und Chirurgie
  • Informationen     über Antragstellung für die Psychotherapie,
  • Kooperation     in Netzwerken psychosozialer und medizinischer Versorgung     (Operateur_innen, Logopäd_innen, MDK, Beratungsstellen etc.)

Die Veranstaltung ist bei der OstdeutschenPsychotherapeutenkammer mit

20 Punkten der Kategorie C1 akkreditiert.

 

Kosten:
500€ regulär (inkl. Mittagsverpflegung am Do. und Fr.) 15 Plätze

300€ ermäßigt für Menschen in Ausbildung (inkl.Mittagsverpflegung am Do. und Fr.) 5 Plätze

Wann
18.-20.04.2024
Wo
Erfurt
Zielgruppe
Fachkräfte Psychotherapie, Psychologie, Psychiatrie
Leitung

Dr. Gisela Fux Wolf
Dipl. Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin

Mari Günther,
Gemeindepädagogin, Systemische Therapeutin

Kosten