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3. Kongress „Geschlechtliche Vielfalt (er)leben“

16. Nov 2020 // in den Handlungsfeldern Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit und Community Building // Online-Kongress

3. Kongress „Geschlechtliche Vielfalt (er)leben“

Unsere Kongress-Reihe wird fortgesetzt!

Vom 16. – 20.11.2020 findet der 3. Kongress „Geschlechtliche Vielfalt (er)leben“ statt.  Save the Date!

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PROGRAMM
Geschlechtliche Vielfalt (er)leben – in den Handlungsfeldern Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit und Community
Wie schon im Titel angekündigt möchten wir uns in diesem Jahr mit den drei Schwerpunkten Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit und Community
auseinandersetzen. Jedes der Themenfelder bekommt dabei einen eigenen Tag gewidmet um die Bandbreite geschlechtlicher Vielfalt aufzuzeigen, auch wenn wir sie natürlich nicht gänzlich abbilden können.
Los geht es am Montag mit der offiziellen Eröffnung und der Vorstellung des neuen tiam-Projekts „Zukunft gestalten – geschlechtliche Vielfalt (er)leben, das im Rahmen des Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert wird. Im Anschluss wollen wir mit Bundespolitiker*innen der demokratischen Fraktionen darüber diskutieren, wie die politische Auseinandersetzung mit den Forderungen und Bedürfnissen von trans, inter und nicht-binären Menschen gerade aussieht und wie sich die Parteien jeweils positionieren.
Der Dienstag steht ganz im Zeichen von Community und Community-Building. Mit verschiedenen Angeboten sollen sowohl lebenspraktische Hilfen für trans, inter und nicht-binäre Personen gegeben werden, aber auch die Frage, wie verbündetes Handeln aussehen kann.
Am Mittwoch wollen wir uns dem Thema Gesundheit widmen: So sind im Gesundheitswesen häufig noch stark normative Vorstellungen von Geschlecht vertreten. Auch wenn gerade auf rechtlicher Ebene dort grundsätzliche Verbesserungen erstritten werden konnten, herrscht in der Praxis häufig noch Unsicherheit. Dabei wollen wir die verschiedenen Bereiche von Gesundheit in den Blick nehmen und geschlechtliche Vielfalt als Querschnittsthema verankern.
Donnerstag soll die Kinder- und Jugendhilfe im Mittelpunkt stehen. Auch in den professionellen (sozial-)pädagogischen Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe besteht noch großer Informationsbedarf über die Realitäten und Bedürfnisse von trans, inter und nicht-binären Menschen, da das Thema noch nicht in den jeweiligen Lehrplänen verankert ist. In dieser Leerstelle wollen wir mit verschiedenen Workshops und Vorträgen erste Anknüpfungspunkte bieten, um erste Handlungsorientierungen zu geben.
Am Freitag wird auch international der „trans day of remembrance“ begangen, an dem den Opfern transfeindlicher Gewalt gedacht wird. Dafür wollen wir verschiedene Stimmen der Community Gehör finden lassen: durch politische Beiträge, durch einen Vortrag über die Situation in Brasilien und durch künstlerische Auseinandersetzungen wie einer Performance und einem Film.
Der Kongress richtet sich an Fachkräfte aus den Gebieten Gesundheit und Pflege, Kinder und Jugendhilfe, sowie an queere Aktivist*innen, Institutionen und Interessierte.

Die Anmeldungen sind freigeschaltet! Sie können sich nun für den gesamten Kongress, verschiedene Tage oder nur einzelne Workshops anmelden. Die Teilnahme an den Veranstaltungen sind zum Teil kostenpflichtig. Eine Anmeldung ist immer bis zum Vortag des Kongresstages 23:59 möglich.

PREISE
Die Teilnahme an den Veranstaltungen sind zum Teil kostenpflichtig:
Preise:
Einzelne Workshops: 15 EUR (sofern nicht als Community Workshop gekennzeichnet)
Ganzer Veranstaltungstag: 25 EUR
Kongress vom 16.-20.11.2020: 40 EUR

(Falls Sie nur kostenfreie Veranstaltungen nutzen möchten, melden Sie sich bitte trotzdem an, damit Ihnen der entsprechende Link zugesendet werden kann.)

Bei Rückfragen sind wir unter kongress@trans-inter-aktiv.org zu erreichen.

18:00 Uhr
13:00 Uhr
19:00 Uhr
16:00 Uhr
13:00 Uhr
16:00 Uhr
19:00 Uhr
11:00 Uhr
13:00 Uhr
16:00 Uhr
10:00 Uhr
14:30 Uhr
16:30 Uhr
19:00 Uhr
19:00 Uhr
19:00 Uhr

Eröffnung

Logo Modellprojekt

Das neue Team von TIAM stellt sich und das Modellprojekt „Zukunft gestalten – geschlechtliche Vielfalt (er)leben!“ vor.

Im Anschluss wird die Kongresswoche vorgestellt und in die gemeinsame Onlineerfahrung eingestimmt.

Workshop mit Dr. Tamás Jules Fütty

Trans*, nicht-binäre und Inter* Jugendliche in der Kinder- und Jugendhilfe

In diesem Input geht es um die spezifischen Lebensrealitäten und Bedarfe von Trans*, nicht-binären und Inter* Jugendlichen in der Kinder- und Jugendhilfe. Grundlage dessen bildet eine Wissensvermittlung und Differenzierung von Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten zu trans*, nicht-binär und inter*. (Dabei wird auch aktuelle Forschung zu Diskriminierungen sowie Gesetzesänderungen einbezogen.) Darüber hinaus wird für die spezifischen Lebenswelten und Bedarfe von trans*, nicht-binären und inter* Jugendliche in der Kinder- und Jugendhilfe sensibilisiert. Es werden Grundlagen für eine professionelle geschlechterdiversitätsbewusste Haltung vorgestellt, damit sich trans*, nicht-binäre und inter* Jugendliche möglichst willkommen und in ihren unterschiedlichen Entwicklungsprozessen unterstützt fühlen. Exemplarisch werden auch Handlungsbedarfe und Unterstützungsmöglichkeiten angeführt und gemeinsam diskutiert, die unterschiedliche strukturelle Besonderheiten der Kinder- und Jugendhilfe einbeziehen.

Preis: Der einzelne Workshop kostet 15 EUR.

Dr. Tamás Jules Fütty Dr. Tamás Jules Fütty ist wissenschaftlicher Mitarbeiter_ am Institut für Pädagogik der Universität Kiel & in den Erziehungswissenschaften der Europa-Universität Flensburg. Er forscht und lehrt schwerpunktmäßig zu Gender und Diversität und arbeitet seit 10 Jahren in der geschlechterreflektierten Jugend- und Erwachsenenbildung.
Podiumsdiskussion

Diskussion mit Doris Achelwilm, Jens Brandenburg, Bettina Wiesmann, Karl-Heinz Brunner, Lucie Hammecke

Doris Achelwilm (Die Linke), Jens Brandenburg (FDP), Bettina Wiesmann (CDU), Karl-Heinz Brunner (SPD) und Lucie Hammecke (Grüne).

Moderation: Daria Kinga Majewski

Preis: kostenfrei. Wir freuen uns über eine Spende an TIAM e.V. (IBAN: DE54 8605 5462 0391 0082 42).

Auf dem Podium sollen die aktuelle Lage und die Bedarfe trans, nonbinären und intergeschlechtlicher Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden. Wie stellt sich die politische Situation dar nach Durchsetzung des Verbots von Konversionstherapien, der Einführung des 3. Geschlechtseintrags, dem Gesetzentwurf zum Verbot der Genitaloperation an intergeschlechtlichen Babies und den Kämpfen um den §45b PtSG.

Diese breite Auswahl an Themen soll verdeutlichen, welchen Bogen wir in dieser Podiumsdiskussion schlagen möchten. Uns ist dabei wichtig sowohl die realpolitischen Handlungsfelder und Entscheidungen zu berücksichtigen, als auch deren Auswirkung auf Lebenslagen von trans, nonbinären und intergeschlechtlichen Menschen abzuzeichnen.

Workshop mit Melike Çınar

Mädchen, Junge, Einhorn, Tiger – kindliche Identitätsentwicklung begleiten und fördern

Ist geschlechtliche Vielfalt überhaupt ein Thema für die Frühen Hilfen und die Kindertagesbetreuung? Haben Kinder überhaupt ein Bewusstsein dafür? Wie kann ich in meiner eigenen Berufspraxis für mehr Wissen und Sensibilität sorgen?

Diese und weitere Fragen stellen sich Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe und suchen nach Wegen, mehr Handlungssicherheit zu gewinnen. Wir wollen uns in diesem Format vernetzen, unser Wissen erweitern und vertiefen und Ideen für die eigene Praxis entwickeln, um für mehr Ermutigung und Sichtbarkeit geschlechtlicher Vielfalt sorgen zu können.

Schwerpunkt der Betrachtung werden trans* Kinder in der Kindertagesbetreuung sein. Natürlich können wir davon Impulse für angrenzende Felder ableiten.

Der einzelne Workshop kostet 15 EUR.

Melike Çınar Melike Çınar ist Bildungsreferentin beim Paritätischen Bildungswerk, Bundesverband, im Bereich Eltern- und Familienbildung und Sprecherin des Konsortiums Elternchance. Sie ist delegiert im Bundesforum Familie und arbeitet schwerpunktmäßig zu den Themen Beteiligung, Vielfalt und Kinderschutz.
Workshop mit René_ Rain Hornstein

Verbündet handeln mit trans* und nicht-binären Menschen

Verbündete erkennen, dass sie über Privilegien verfügen, die sie sich nicht erarbeitet haben, sondern die ihnen zugewiesen wurden. Gesellschaftliche Muster der Ungerechtigkeit nehmen diese Zuweisungen vor. Verbündete erkennen dies und übernehmen Verantwortung dafür, diese Muster zu ändern. Verbündetenschaft bewegt sich auf verschiedenen Ebenen: Erstens der Arbeit an dem eigenen Wissen, Fühlen und Verhalten, zweitens der Arbeit an und mit anderen ähnlich privilegierten Menschen (z.B. weißen oder cis Menschen) und drittens der Unterstützung von anderen diskriminierten Menschen (z.B. Schwarzen Menschen, People of Color, trans* oder nicht-binäre Menschen). Dieser Workshop richtet sich an binäre cis Menschen, die ihre Privilegien besser verstehen wollen, um trans* und nicht-binäre Menschen zu unterstützen und gesellschaftliche Muster von Binarismus und Trans*feindlichkeit abzubauen. Dabei werden theoretische Überlegungen aus der Forschung zu sozialer Gerechtigkeit genauso einfließen wie empirische, psychologische Forschung zu Trans*verbündetenschaft, die von der den Workshop leitenden Person selbst durchgeführt wurde.

Einzelpreis Workshop: 15 EUR

René_ Rain Hornstein Dipl.-Psych. (Pronomen em/ems oder andere geschlechtsneutrale Pronomen), forscht und lehrt zu Trans* Studies, Trans*verbündetenschaft, verinnerlichte Trans*unterdrückung und Empowerment. René_ Rain Hornstein versucht auch, sich aktivistisch für die Belange von trans*, inter* und nicht-binären Menschen einzusetzen. Weitere Infos unter: www.rhornstein.de
Workshop mit K* Stern

Gestärkt und verbunden!

Ein Online-Workshop zum Empowerment von trans* und nicht-binären Menschen. Inter* Menschen sind ebenfalls herzlich willkommen!

Das WortResilienzbeschreibt die Fähigkeit eines Körpers, nach Verformung durch äußere Kräfte seine ursprüngliche Gestalt wiederherzustellen – Widerstandsfähigkeit also. Die können trans* und/oder nicht-binäre und/oder inter* Menschen oftmals gut gebrauchen.

Vielleicht kennst auch du den Wunsch, dich in schwierigen Zeiten kraftvoller und lebendiger zu fühlen, ruhiger oder zuversichtlicher zu sein? Vielleicht erlebst du in deinem Alltag stressige Situationen? Vielleicht möchtest du besser verstehen was dann in dir passiert und fragst dich, wie du dich bewusst(er) erholen kannst?

In diesem Workshop bekommst du Informationen zu (Minderheiten)Stress und zu Resilienzfaktoren. Es gibt Zeit für Austausch miteinander und wir probieren gemeinsam Körperübungen aus, die du sowohl als Gegenmittel in stressigen Situationen oder Krisenzeiten einsetzen kannst, als auch präventiv zur Selbstfürsorge. Vielleicht entdeckst du etwas Neues für dich…

Alle Übungen sind trans* und nichtbinaritäts-sensibel konzipiert und so inter*-sensibel wie es mir aktuell möglich ist. Du entscheidest wie du die Übungen für dich gestaltest. Vorerfahrungen sind nicht nötig, Neugier genügt.

Preis: Wir freuen uns über eine Spende an TIAM e.V. (IBAN: DE54 8605 5462 0391 0082 42).

K* Stern Heilpraktiker_in für (Körper)Psychotherapie. Mehrjährige Erfahrung in der Trans*Beratung für Trans*Recht e.V. Bremen und für das Magnus-Hirschfeld-Centrum Hamburg. Begleitet und berät Einzelpersonen und Paare in freier Praxis in Hamburg. Gibt Workshops, Seminare und Fortbildungen für trans* und nichtbinäre Menschen, An- und Zugehörige, Fachkräfte und Gruppen zu den Themen Gesundheit, Geschlechtsidentität, Körper, Sexualität und Beziehung. www.praxis-kstern.de| instagram.com/ksternhamburg  | facebook.com/ksternhamburg
Vortrag mit Maya

Trans und Elternschaft

Eigentlich sollen trans Personen keine Kinder bekommen dürfen – das war zumindest die Meinung des Gesetzgebers, der im fast 40 Jahren bestehenden „Transsexuellengesetz“ die Zwangssterilisierung zur notwendigen Bedingung für eine amtliche Personenstandsänderung gemacht hat. Auch wenn diese Regelung 2011 vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurde, ist die grundsätzliche Feindlichkeit der Gesellschaft gegenüber trans Elternschaft noch lange nicht verschwunden.

In diesem Vortrag erzählt euch die Referentin Maya von ihren persönlichen Erfahrungen als trans Mutter in einer ziemlich queeren Familie, die stark vom idealisierten Bild der cisheterosexuellen Zweierbeziehung als Basis des Familienlebens abweicht. Wie sah der Weg zum eigenen Kind aus, sowohl in medizinischer wie auch rechtlicher Hinsicht? Welche Unsicherheiten und Diskriminierungen gehen von der aktuellen Gesetzeslage aus, welche Änderungen könnten hier Abhilfe schaffen und was tut sich da in der Politik?

Es wird im Nachgang Raum für Fragen und gemeinsame Diskussion geben.

Preis des einzelnen Workshops: 15 EUR

Maya Maya ist Mutter, trans und lebt in einer polyamoren Patchworkfamilie. Sie schreibt zu den Themen Elternschaft, Polyamorie und den Besonderheiten des Lebens als trans Mama auf Twitter (@MayaMitKind) und auf ihrem Blog vielgeliebt.net.
Vortrag mit Alexander Hahne

Projektvorstellung: Sexueller Gesundheit und HIV/STI in trans und nicht-binären Communities

Zwischen Oktober 2020 und Dezember 2022 läuft unter dem Titel „Sexuelle Gesundheit & HIV/STI in trans* und nicht-binären Communities“ ein Forschungsprojekt mit hoher Partizipation zu Bedarfen und Bedürfnissen sexueller Gesundheit von trans* und nicht-binären Menschen.

Das Projekt gliedert sich in zwei Teile: Projektteil A (Deutsche Aidshilfe): qualitativer Teil… Durchführung von Fokusgruppenwochenenden mit regionalen Peer-Forscher_innen, Einzelinterviews und ein Gruppeninterview mit professionell im Feld arbeitenden trans* und nicht-binären Menschen. Die folgenden Themenfelder werden dabei mit mehr als 70 trans* und nicht-binären Menschen besprochen: Sprechen über Sexualität und Körper, Einflussfaktoren auf die sexuelle Gesundheit, unterstützende Aspekte für ein positives Selbstbild, Hindernisse in der Inanspruchnahme von Testangeboten. Im Projektteil B (Robert Koch-Institut) wird es eine Online-Befragung für trans* und nicht-binäre Menschen geben.

Am Ende der Projektlaufzeit entsteht eine Broschüre, die Maßnahmen und Strategien zur Verbesserung der HIV/STI-Prävention und Versorgung für trans* und nicht-binäre Communities vorstellt und somit einen wichtigen Beitrag leistet, um die derzeitigen Forschungslücken zu reduzieren.

Der Vortrag ist kostenfrei.
Wir freuen uns über eine Spende an TIAM e.V. (IBAN: DE54 8605 5462 0391 0082 42).

Weitere Infos:
https://www.aidshilfe.de/sexuelle-gesundheit-trans-enby-communities

Alexander Hahne M.A. B.Sc. Alexander Hahne, Sexualpädagoge (gsp) und Sexological Bodyworker (i.A.), schwuler trans* Mann und Aktivist, Projektleitung und Koordination für das Projekt in der Deutschen Aidshilfe. Kontakt: alexander.hahne@dah.aidshilfe.de
Workshop mit Charlotte Wunn und Ursula Rosen

Gesundheitsversorgung von Inter*

Der Workshop „Gesundheitsversorgung von Inter*“ wird von Ursula Rosen und Charlotte Wunn geleitet. Nach einer Einführung in den Komplex Intergeschlechtlichkeit wird das Thema „Leitlinienkonforme Gesundheitsversorgung“ behandelt. Charlotte Wunn wird auf die Problematiken aufmerksam machen, die intergeschlechtliche Menschen in der Gesundheitsversorgung haben und dabei auf die Situation von Jugendlichen und Erwachsenen eingehen. Dabei wird auch auf Strukturprobleme aufmerksam gemacht. Ursula Rosen wird das Thema Intergeschlechtlichkeit aus der Perspektive der Eltern intergeschlechtlicher Kinder und Jugendlicher betrachten. Dabei geht es nicht nur um die zum Teil sehr belastende Situation von Eltern in den Geburtskliniken, sondern auch um den Druck, dem Eltern von Inter*Kindern nicht nur im medizinischen Umfeld, sondern auch im alltäglichen Leben ausgesetzt sind. Es wird die Frage beleuchtet, welche Hilfen Eltern  zur Verfügung gestellt werden müssen, damit auch Inter*Kinder einen guten Start ins Leben haben und welche Angebote im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe notwendig sind, um den Bedürfnissen von Inter*- Kindern und – Jugendlichen gerecht zu werden.

Die Teilnahme an diesem einzelnen Workshop kostet 15 EUR.

Charlotte Wunn Charlotte Wunn ist Erste Vorsitzende von Intersexuelle Menschen e.V. (IMeV) und leitet die bundesweite Beratungsstelle.

Ursula Rosen Ursula Rosen ist Zweite Vorsitzende und Bildungsbeauftragte von Intersexuelle Menschen e.V.
Vortrag mit Francis Seeck

Care trans_formieren. Trans und nicht-binäre Sorgearbeit zwischen Prekarität und Selbstermächtigung

Sorge-Praktiken jenseits von Cis- und Heteronormativität stehen im Mittelpunkt meiner Doktor*innenarbeit. Ich untersuchte konkrete Fürsorge- und Selbstsorgepraktiken von Personen, die sich als trans und/oder als nicht-binär identifizieren, und fragte, wie Care jenseits cis- und heteronormativer Modelle organisiert und transformiert wird. Ich forschte ethnographisch in Kollaboration mit trans und nicht-binären Aktivist_innen in Deutschland und der deutschsprachigen Schweiz, dies über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren. Im Sinne einer „multi-sited ethnography“ (Marcus 1995) folgte ich meinen Forschungspartner_innen in queere Friseur_innensalons und in trans Vereinsräume, in Kliniken, an Küchentische, auf trans Tagungen und in Unterstützungsgruppen. Neben der beobachtenden Teilnahme führte ich 19 dialogische Interviews mit trans und nicht-binären Aktivist_innen. Kollektive trans Care-Praktiken werden als Gegenentwürfe zu pathologisierenden und cisnormativen medizinischen Strukturen aufgebaut (Erickson 2005; Schroth 2014; Spade 2011). Dabei werden neue Formen von Care entworfen, erprobt und umgesetzt. Ein Großteil dieser Praktiken findet unter prekären und informellen Bedingungen statt. In dem Vortrag gehe ich auf die wichtigsten Ergebnisse der Studie ein und die Frage wie geschlechtliche Vielfalt umsorgt werden kann.

Dieser Vortrag ist kostenfrei. Wir freuen uns über eine Spende an TIAM e.V. (IBAN: DE54 8605 5462 0391 0082 42).

Francis Seeck Francis Seeck ist Geschlechterforscher*in und Kulturanthropolog*in und arbeitet zu den Themen Klassismus, soziale Ungleichheit, Care und geschlechtliche Vielfalt. Seit September 2020 ist Seeck Vertretungsprofessor_in für Soziologie und Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg. Seit 2009 ist Seeck in der Politischen Bildung und Antidiskriminierungsarbeit tätig und gibt Fortbildungen und Vorträge zu den Themen Klassismus und geschlechtliche Vielfalt. Im Oktober 2020 erschien der Sanmelband "Solidarisch gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren, umverteilen" herausgegegen von Francis Seeck und Brigitte Theißl bei Unrast.
Audio-Ausstellung & Austausch

Voices of Resistance

Die Audio-Ausstellung von 10 – 14:30 Uhr ist kostenlos.
Wir freuen uns über eine Spende an TIAM e.V. (IBAN: DE54 8605 5462 0391 0082 42).

This audio exhibition shares different perspectives of inter, trans, non-binary and genderqueer people across the world and within Germany. You are invited to listen on your own or get in touch with other visitors, becoming a resisting collective yourself.

We have always existed and exist in all parts of the world. Within a patriarchal society, this existence means resistance. The everyday violence has to be made public, it has to be fought by all means, it has to become a priority on the political agenda. The losses in our community have to be mourned, the names of the dead have to be said and remembered, their lives have to be honored.

Despite and because of this everyday struggle, our communities are examples of strength, beauty and resilience. Networks of solidarity have emerged, spaces of warmth and inclusion have been built and powerful political voices keep demanding political and social justice for all those who do not fit into the normative gender/sex binary.

Vortrag mit Sabine/Gabe Passareli Simões Vieira

Situation von indigenen trans Personen in Brasilien

Der Vortrag findet in Portugiesisch statt und wird auf Deutsch übersetzt. // The talk will be in portuguese and translated to German.

From the Reading of the zine “O RIO DE JANEIRO CONTINUA LINDO E OPRESSOR” (“Rio de Janeiro is still beautiful and oppressive”), by the artist Matheusa Passareli, a Visual Arts student of the State University of do Rio de Janeiro murdered in April 2018 in Rio de Janeiro at the age of 21 years old, the speaker will open a dialogue on grief and the brutal violence imposed on non-normative bodies. How should one go about his/her/their life in contexts that use death as a dispositive of power? The speaker will resort to listening as a care resource and a way to embrace different forms of life.

Der Vortrag ist kostenfrei. Wir freuen uns über eine Spende an TIAM e.V. (IBAN: DE54 8605 5462 0391 0082 42).

Sabine/Gabe Passareli Simões Vieira Gabe Passareli Simões Vieira aka SABINE, 25 years old, black non-binary person, was born in Rio Bonito, in the countryside of Rio de Janeiro. Bachelor of Science in Occupational Therapy by the Medicine School of the Federal University of Rio de Janeiro. In their BsC dissertation they defended a monograph entitled “Bixa Preta no Baixo CAPS: Cartografias do cuidado e da formação de uma terapeuta ocupacional” (Bixa Preta in the lower Psychosocial Support Centre/CAPS: Care and training cartographies of an occupational therapist”). Together with their sister Matheusa Passareli, they idealized the device ESTRANHA [STRANGE, in English], a construction-artistic and cultural intervention in the urban environment. Taking stock from their work experience in a Psychosocial Support Centre, they started researching informal spaces of care and social interaction as ethical, political and aesthetic devices.
mit Dani d’Emilia

Co-sensing with Radical Tenderness (Performance)

Der Beitrag ist kostenfrei.
Wir freuen uns über eine Spende an TIAM e.V. (IBAN: DE54 8605 5462 0391 0082 42).

Radical Tenderness is a term that Dani first encountered whilst working as part of the transnational performance collective La Pocha Nostra. Since then, she has been engaged in a multi-layered embodied investigation of radical tenderness’ movements on personal, political and spiritual realms. As part of her work with the Gesturing Towards Decolonial Futures collective, Dani has recently co-written with Vanessa Andreotti a short text entitled Co-sensing Radical Tenderness. The text has been shape-shifting over the last two years alongside their artistic-pedagogic collaboration “Engaged Dis-identications”, which attempts to translate post-representational modes of engagement into embodied experiments that reconfigure the connections between reason, affect and relationality. Their use of the term co-sense is inspired by the work of many artists and activists as well as indigenous ancestral teachings that enlargen the field of intimacies beyond human interactions. It also refers to a movement of decolonization that involves various invitations, including dethroning the ego, decluttering affective landscapes, and disinvesting from violent and unsustainable systems. Though the text does not specifically focus on gender and sexuality, it speaks to the urgent need for a deep deprogramming of the different ways coloniality and patriarchy have led us to the multiple and inter-dependent crisis we are currently experiencing. Radical Tenderness invites us to be politically and critically alert whilst also affectively attuned to – and held by – the wider metabolism we are all part of. More information on GTDF collective here:
Dani d’Emilia
Dani d'Emilia is a non-binary transfeminist artist and educator working in the fields of performance, visual art, devised theatre, radical pedagogy and social justice. She is particularly interested in embodied political-affective practices that merge artistic, activist and spiritual realms, and has been developing a vast body of work around the concept-practice of
Radical Tenderness, a mode of political-poetic resistance and attunement. Dani’s work explores the co-production of critical knowledge and political imagination through languages that go beyond rational and discursive realms. Her practices are rooted in performance-pedagogy (performance practice as a pedagogical process of unlearning) and are largely informed by transfeminism (intersectional and trans inclusive feminism) and decoloniality (interrogating colonial legacies on our bodies and subjectivities). Dani is a member of the collectives Gesturing Towards Decolonial Futures and ANDlab - Research Centre for Art-Thinking & Politics of Togetherness. She is also a co-founder of the immersive theatre company Living Structures and was a core member of the performance collectives La Pocha Nostra and the duo Proyecto Inmiscuir.
mit Tucké Royale

Stonewall Uckermark, Film mit anschließendem Gespräch

Zum 50. Jahrestag der Stonewall-Aufstände zogen Tucké Royale, Johannes Maria Schmit und Schuldenberg Films Ende Juni mit einer 60 Teilnehmer*innen starken queeren Hologrammfamilie als Autokolonne durch die Uckermark. In der nordöstlichen Peripherie wurde in sicherer Entfernung zur Metropole Berlins der 50. Jahrestag der Stonewall Riots erinnert und gefeiert. Zwei Dokumentarkameras an Bord hielten das bislang unvermutete Genre fest: die queere Mehrheitsgesellschaft auf dem Land als utopisches Moment.
Preis: 4 EUR.
Tucké Royale Autor, Regisseur, Musiker und Schauspieler. Studium der Judaistik an der FU Berlin und Puppenspielkunst an der HfS Ernst Busch. Seine Theaterstücke:
  • TUCKÉ ROYALE, Ich beiße mir auf die Zunge und frühstücke den Belag, den meine Rabeneltern mir hinterließen
  • Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet. Ein jüdisch-queeres Rachemusical, sind bei rua. Theaterkooperative für Text & Regie verlegt.
Erster Sprecher des Zentralrats der Asozialen in Deutschland und Mitgründer von BOIBAND, Initiator der Gedenkfahrt Stonewall Uckermark, Drehbuchautor und Darsteller des Spielfilms Neubau. Ein Heimatfilm, Autor des Hörspiels The Revolution Will Be Injected
Workshop mit Dr. Erik Schneider

Psychische Gesundheit von trans* Kindern und Jugendlichen

Trans* Kinder und Jugendliche sind erheblichen psychischen Belastungen ausgesetzt – u.a. durch eine normierende Gesellschaft oder ein Umfeld, das sie nicht ernst nimmt, anfeindet oder sich anderweitig ihnen gegenüber ablehnend bzw. respektlos verhält. Eine unterstützende Begleitung durch qualifiziertes Fachpersonal und Angehörige kann sich stabilisierend auf die psychische Gesundheit von trans* Kindern und Jugendlichen auswirken. Bei den Begleiter*innen wirft dieser Prozess oftmals viele Fragen und Unsicherheiten auf: Was sind die speziellen Bedarfe von trans* Kindern und Jugendlichen? Kann ich einen Transitionswunsch unterstützen, auch wenn die Person noch nicht volljährig ist? Ist trans* womöglich nur ein Trend und was, wenn der Transitionswunsch später bereut wird?  Die Veranstaltung richtet sich an Menschen, die beruflich oder privat junge Menschen auf ihrem Weg begleiten, adressiert Berührungsängste und gibt handlungspraktische Impulse. Es wird außerdem genug Raum für Ihre Fragen geben.

Preis für den Workshop: 15 EUR

Dr. Erik Schneider Dr. Erik Schneider ist Psychiater und Psychotherapeut und arbeitet unter anderem zur psychischen Gesundheit von trans* Kindern und Jugendlichen. Er ist Mitherausgeber des Buches „Normierte Kinder - Effekte der Geschlechternormativität auf Kindheit und Adoleszenz“.
Lesung mit Luzie Loda

PS: Es gibt Lieblingseis

Geschlechtliche Vielfalt vermitteln. Was bedeutet Intergeschlechtlichkeit und was ist der Unterschied zu Transsexualität?

Luzie Loda gibt eine Einführung in die Thematik und liest aus ihrem Buch „PS: Es gibt Lieblingseis“. Es erzählt die Geschichte vom sechsjährigen Bella, der eingeschult wird und durch seine Intergeschlechtlichkeit in der Schule verschiedenen schwierigen Situationen ausgesetzt ist. Wie können Erzieher*innen Kinder unterstützen, die ähnlichen Herausforderungen begegnen bzw. Voraussetzungen schaffen, damit sich jedes Kind willkommen fühlt? Anregungen für die gemeinsame Diskussion wird u.a. das Begleitmaterial zum Buch „PS: Es gibt Lieblingseis“ geben, welches durch die Berliner Bildungsinitiative QUEERFORMAT und Ev-Blaine Matthigack von der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen – OII Germany e. V. erstellt wurde.

Preis: Wir freuen uns über eine Spende an TIAM e.V. (IBAN: DE54 8605 5462 0391 0082 42).

Luzie Loda Luzie Loda ist Medienwissenschaftlerin und hat mit dem Buch „PS: es gibt Lieblingseis“ ein sensible und positiv besetzte Vermittlung zum Thema Intergeschlechtlichkeit für eine ganz junge Zielgruppe geschaffen.

Für Fragen bitte unter kongress (ä) trans-inter-aktiv (punkt) org Kontakt aufnehmen.

Nach der erfolgreichen Registrierung in dem unterstehenden Formular, überweisen Sie bitte den Betrag für die Veranstaltungen auf folgendes Konto:
DE79 8605 5462 0391 0188 50
mit Ihrem angegeben Namen, damit eine Zuordnung erfolgen kann.

Die Anmeldungen sind geschlossen.

In Zusammenarbeit

Du hast Fragen an oder Anregungen für uns?

Dann schreib uns an info@trans-inter-aktiv.org oder nutze das Kontaktformular: